Gibt es ein Leben jenseits der Demenz?

Über Pflege, Burn Out und andere Tücken des Berufs

Profis in der Pflege müssen eine Menge aushalten. Weil Stress und mangelnde Erholung an den Nerven zehren, geht das nicht immer gut. Leider reagieren Betroffene oft viel zu spät. Verständlich, wenn man bedenkt, dass Burn Out ein anderes Wort ist für Überforderung. Und heißt Überforderung nicht auch: Ich bin nicht gut genug?

Burn Out – oder doch nicht?

An dieser Stelle deshalb ein paar persönliche Worte. Vor drei Jahren habe ich die Pflege verlassen. Und ich habe nicht vor, je dahin zurückzukehren. Denn die letzten drei Jahre sind mit die besten meines Lebens gewesen, sieht man von kleineren und größeren Problemchen einmal ab.

Weil ich nicht gern Persönliches preisgebe, nur so viel: Nach lediglich fünf Jahren im Seniorenheim war ich vollkommen fertig. Ich wurde unleidlich, sowohl privat, als auch beruflich. Zudem hatte ich kaum noch Energie. Dringend nötig war also eine Auszeit, jedenfalls glaubte ich das. Aus der „Auszeit“ wurde endlich der Berufsausstieg.

Ich bereue es nicht. Noch heute leide ich in regelmäßigem Abstand an Alpträumen, bei denen es vor allem um Eines geht. Es ist etwas völlig Simples und erschreckt mich doch zu Tode: Ich gehe wieder arbeiten. So was hatte ich noch nie, und ich habe eine Menge Jobs durch. Mein Fazit: Lieber schlafe ich unter einer Brücke.

Erkenntnis kommt oft zu spät

Hatte ich also den klassischen Burn Out? Keine Ahnung, denn ich war nie beim Arzt. Unten bei den Links zum Artikel findet ihr den Test, den ich damals gemacht habe. Er hat mir sehr geholfen: Er verdeutlichte mir, dass meine Entscheidung die Richtige war.

Zahlreiche Krankheitssymptome aus den Jahren 2012 bis 2014 verschwanden sofort nach meinem Pflexit. Hautprobleme. Verdauungsprobleme. Die Seele nicht zu vergessen. Und der Klassiker: Rückenprobleme. Merkt ihr was? Probleme, Probleme, Probleme. Wer da nicht hellhörig wird, steckt vermutlich schon mittendrin.

Ich kann nur jedem raten, aufmerksam zu sein, was euch und eure Gesundheit angeht. Ihr habt kaum etwas, das wertvoller ist. Achtet auf euch! Manche Dinge nämlich lassen sich nicht mehr ändern. Mein Magen zum Beispiel spinnt nach wie vor, und das wird vermutlich so bleiben. Nein, ich jammere nicht. Ich warne nur.

Die Zukunft

Diese Story findet sich vieltausendmal in den sozialen Netzwerken, weshalb ich mich hier auf das Wesentliche konzentriere: Heute geht es mir gut. Ich arbeite als freiberufliche Texterin, was zwar kaum Geld bringt, jedoch wesentlich entspannter ist als der Knochenjob Pflege. Ich habe wieder Zeit für mich. Und mein Frei gehört mir 😉

Noch etwas. Dieser Blog wird – hoffentlich – weiter gepflegt. Wenn auch mangels Berufsfeld in veränderter Form. Weiterhin geht es um Belange der Pflege, wenn auch im erweiterten Sinn.

Lasst euch überraschen!

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Über snoopylife

Jahrelang im sozialen Bereich tätig, unter anderem im Seniorenheim und in einer Schulbibliothek. Schließlich quasi umgefallen und nach Berufsausstieg wieder aufgestanden. Derzeit Freiberuflerin! Arm, aber glücklich.
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6 Antworten zu Gibt es ein Leben jenseits der Demenz?

  1. Ich habe insgeheim gehofft wieder von dir zu lesen.
    Freut mich, dass es dir gut geht.
    Viel Erfolg als freiberufliche Texterin!

  2. alivenkickn schreibt:

    Schade das der Kommentar gelöscht wurde

  3. alivenkickn schreibt:

    #Shthappens wie´s aussieht
    Sinngemäß . . . Ich finde es gut das Du diese Entscheidung getroffen hast. Deine Gesundheit steht an erster Stelle. 🙂

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