Gesucht – gefunden / words 5

Oft wird ja behauptet, der beste Lohn für Pflegende sei die Dankbarkeit der Bewohner.

Leute, die so einen Standpunkt vertreten, übersehen etwas sehr Wichtiges: Angebotene Hilfe erzeugt nicht immer automatisch Dankbarkeit. Vielen Menschen wird dann erst die eigene Hilflosigkeit deutlich. Der Verlust von Fähigkeiten. Und bei den Bewohnern, die schon sehr dement sind, ruft es schlicht Empörung hervor, derart „bevormundet“ zu werden.

Folgenden Versprecher kann man deshalb getrost als „Freudschen“ bezeichnen.

Mittagessen. Frau X hat Probleme mit Messer und Gabel. Eine Pflegekraft kommt ihr zu Hilfe:

„Frau X, ich schneide das mal für Sie klein, ja? Dann können Sie besser essen.“

PK ergreift das Besteck und legt los. Frau X sagt nach kurzem Schweigen:

„Oh, das ist aber sehr lieb und feindlich…“

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Über snoopylife

Gar nichts.
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9 Antworten zu Gesucht – gefunden / words 5

  1. Wortman schreibt:

    Ich hoffe, die Pflegekraft hat da auch nur los gelacht 🙂

  2. snoopylife schreibt:

    Nee, das ist eine Dame, der man die gute Erziehung anmerkt. Deshalb musste sie sich ja reflexartig bedanken… Und die PK lächelte darum nur besonders breit, der Rest wurde ignoriert, um nicht noch mehr Schaden anzurichten…

  3. pixelspielerei schreibt:

    Au Backe! Da kann man als PK vermutlich bestenfalls nur in sich hinein grinsen, was?!

    Allerdings muss ich gestehen: Wenn ich zu sehr betüddelt werde, könnte ich manchmal auch durchdrehen. Klar ist es „nur gut gemeint“ aber „gut gemeint“ ist nicht generell „gut gemacht“. Das ist natürlich in Deinem Fall etwas ganz anderes.

    • snoopylife schreibt:

      Nee, du hast schon recht. Man muss arg aufpassen, WIE man die Hilfe anbietet. Da sind wir einfach in der Pflicht! Leider wimmelt es von derartigen Fettnäpfchen, irgendeins erwischste immer 🙂
      EDIT Ich sollte mir abgewöhnen, meine Kommentare mit „Nee“ zu beginnen.

    • pixelspielerei schreibt:

      Ich kann mich noch zur Ordnung rufen und mir sagen „Es ist ja wirklich nur gut gemeint“ aber Euren Bewohnern wird das vermutlich nicht immer möglich sein.

      Och … ob mit „nee“ oder „ich“ … das muss man doch nicht so eng sehen, nä?! 😉

  4. Himmelhoch schreibt:

    Ich denke, die Dankbarkeit der Angehörigen und vor allem Die „Dankbarkeit“ des Staates in Form einer angemessenen Entlohnung wäre da angebrachter.

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