Wieso, weshalb, warum

Wie sich hoffentlich herum gesprochen hat, soll man „Warum“-Fragen bei dementen Personen vermeiden.

Warum?

Weil die Beantwortung dieser Fragen eine gehirntechnische Leistung voraussetzt, die von Dementen nicht mehr erbracht werden kann (und deshalb meist zu diversen negativen Verhaltensweisen führt, bis hin zur Aggression).

Wie sich das anfühlen mag, wollen wir im Sinne der Validation (Link zu PflegeWiki) einmal nachvollziehen.

Frau Y beim Toilettengang. Sie darf nicht mehr allein gelassen werden, da sie sehr gut aufstehen kann, stehen allerdings kaum noch, laufen schon gar nicht mehr. Dies vergisst sie aber gern, darum muss in solchen Situationen immer jemand bei ihr bleiben.

Die betreffende Pflegekraft steht also diskret daneben.

Frau Y mustert sie durchdringend. Schließlich fragt sie:

„Sag mal, wer BIST du denn?“

OK, DIE Frage ist einfach.

„Ich bin die Sylvia*!“, antwortet die PK fröhlich.

Frau Y überlegt. Lange. Dann fragt sie völlig perplex:

„Warum denn SYLVIA?“

*Name von der Redaktion geändert

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6 Antworten zu Wieso, weshalb, warum

  1. Himmelhoch schreibt:

    Bei Kindern sollte man Warum-Fragen unterlassen, wenn man keine Zeit hat, weil die Kette unendlich lang werden kann.

    • M. schreibt:

      Und bei Dementen sollte man alles, aber auch wirklich alles für allgemeingültig erklären. Diskussionen haben keinen Zweck, nein im Gegenteil, sie führen dann oftmals zu einem sehr störrischem Verhalten. Wie Kinder halt…

    • Himmelhoch schreibt:

      Diese Rückwärtsentwicklung fürchte ich auch wie der Teufel das Weihwasser – nur eine Gnade, dass man es dann selbst nicht mehr so schlimm empfindet.

    • M. schreibt:

      Nun, manche bekommen schon noch mit, dass etwas mit ihnen nicht „hinhaut“. Ich finde diesen Übergang vom noch Wissen zum bald nicht mehr Wissen grauenvoll. Stell dir nur mal vor, du weißt, merkst, spürst, irgendwas verändert sich in mir und du erkennst dann, an was es liegt…. oh Clara, das muss sehr, sehr schlimm sein…

    • Himmelhoch schreibt:

      Ja, aber dann leider auch nicht mehr änderbar.

  2. Pingback: Wieso, weshalb, warum (2) | [deˈmɛnʦ]

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