Das ewige Kind in uns

Nachtschicht.

Drei Uhr morgens, Frau Y’s Bett muss neu bezogen werden.

Die Pflegekraft ruft einen Helfer, sie arbeiten sich ab, bis nur noch eines bleibt: Laken wechseln.

Frau Y kann ein bisschen laufen, also bittet man sie, aufzustehen und sich kurz in den Sessel neben dem Bett zu setzen. Das tut sie auch, ruhig beobachtet sie die Pflegekräfte. Auf einmal fragt sie mit kindlicher Stimme:

„Wissen meine Eltern, dass ich hier bin?“

Sie hat graue, lange Haare, Tränensäcke unter den Augen und massig Falten im Gesicht. Ihre Eltern wären, würden sie noch leben, so um die hundertzehn Jahre alt.

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Gar nichts.
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