Hunger for life

Frau Z weint und schreit in ihrem Zimmer. Man hört es durch das ganze Haus.

Die Pflegekraft geht zu ihr: „Was ist denn, wie kann ich helfen?“

„Ach, mir kann keiner helfen, alle sind TOT! Meine Schwester, mein Vater, der Y (ihr Cousin) usw“. Sie zählt diverse Familienmitglieder auf.

Jeder Versuch, die Frau verbal zu beruhigen, scheitert. Schließlich fragt die PK: „Frau Z, also da kann ich nichts machen, aber möchten Sie vielleicht was essen? Sie wissen doch, Essen hält Leib und -“

„NEIN! Alle sind TOT! Ich bin ganz ALLEIN!“

PK denkt sich ihr Teil. Das Abendessen ist schon eine Weile her… Weil sie auf der anderen Station war, weiß sie auch nicht, ob Frau Z genügend gegessen hat, oder, wie so oft, mal wieder abgelehnt hat.

Die PK holt eine Banane.

Teilt sie in kleine Stücke, gibt sie der Frau nacheinander in den Mund. Die kaut genüsslich.

Nach dem ersten Stückchen beruhigt sich Frau Z sichtlich. Sie sagt:

„Zum Glück lebt wenigstens meine Schwester noch.“

PK stutzt, reicht weiter an… Dann ist plötzlich auch der Vater wieder da.

Und so fort. Mit jedem Stückchen kehrt ein Familienmitglied ins Leben zurück. Wenn auch in vielen Fällen nur in das Leben der Frau Z.

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Über snoopylife

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Eine Antwort zu Hunger for life

  1. zackenbarsch11 schreibt:

    Superidee, das mit der Banane! Banane statt Beruhigungsmittel…

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